Schach

Unverbindliche Übung Schach (Schachklub) – NMS Siegendorf
Unter dem Motto „Zug um Zug – Schach in der Schule“ setzt das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur einen neuen Schwerpunkt beim qualitativen und quantitativen Ausbau des Schachunterrichts.

Warum Schach spielen?
Es gibt einige Erkenntnisse aus Studien und Erfahrungen an Grundschulen, die belegen, dass Schach sehr positive Auswirkungen auf das Lernen in der Schule und auch die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes hat.

Hier einige Aspekte:

1. Steigerung der Konzentrationsfähigkeit
Die Notwendigkeit, sich beim Schachspiel konzentrieren zu müssen bewirkt, dass sich Kinder beim Lernen generell besser konzentrieren können.

2. Steigerung der Intelligenz
Eine deutsche Studie verglich Grundschüler aus Schulen, wo kein zusätzlicher Schachunterricht gegeben wurde mit Schulen, wo dies sehr wohl passierte. Neben einer allgemeinen Intelligenzsteigerung wurde auch beobachtet, dass die schwächeren Schüler durch Schachunterricht stärker gefördert werden als die besseren.

3. Förderung speziell der Fächer Mathematik und Deutsch
Schach fördert nicht nur allgemeine Fähigkeiten wie Konzentration und Intelligenz, sondern auch die Fertigkeiten in zwei konkreten Schulfächern: Deutsch und Mathematik. Die Schüler lernen in Deutsch, genauer hinzuschauen und erfassen dadurch Sinn und grammatikalische Zusammenhänge viel besser. Der Zusammenhang zur Mathematik liegt darin, dass Schach logisches Denken und systematisches Problemlösen erfordert.

4. Änderung der Selbsteinschätzung
Schach spielende Kinder schätzen sich im Durchschnitt als motivierter und leistungsfähiger ein als nicht Schach spielende Kinder.

5. Persönlichkeitsentwicklung
Kinder haben im Schachspiel immer wieder die Chance, Erfolgserlebnisse zu haben und auch Misserfolgserlebnisse verarbeiten zu müssen. Diese Situation findet sich auch in der Schule nach bestandenen oder nicht bestandenen Prüfungen.

6. Lernstörungen bei Kindern und Jugendlichen
Das Schachspielen ist eine ideale Möglichkeit, auf spielerische Art und Weise einen Zugang zu der ernsthaften Problematik des Lernens zu gewinnen. Es entwickelt sich ein entspannteres Verhältnis zu eigenen Fehlern und fördert die Fähigkeit zur Selbstkritik. Das ist oft im normalen Schulbetrieb unter Notendruck nicht so einfach zu erreichen. Die so aufgebaute positive Einstellung zum Lernen stabilisiert die Schüler gegenüber Misserfolgen und Resignation.

7. Entwicklung eigener Problemlösestrategien.
Schach fördert nicht nur die Fähigkeiten des planenden und strukturierenden Denkens, sondern unterstützt auch die Entwicklung eigener neuer Problemlösungsstrategien. Diese Fähigkeit ist übertragbar auf andere Wissensgebiete.

8. Verbesserung des Selbstwertgefühls
Schach bietet allen Kindern, die es beherrschen, gute Möglichkeiten zur Verbesserung ihres Selbstwertgefühls, da sie bei Gleichaltrigen ein "intellektuelles Prestige" genießen. Das ist insbesondere eine Chance für Schüler, die sich sozial benachteiligt fühlen oder aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen.

9. Verbesserung des intuitiven Erfassens komplexer Zusammenhänge
Im Spiel müssen komplexe Zusammenhänge rasch erfasst und darauf reagiert werden. Auch diese Fähigkeit hilft bei der Arbeit in anderen Wissensgebieten.

10. Entwicklung von Willensstärke, Ausdauer, Disziplin, Zielstrebigkeit und Entschlusskraft
Schach zu spielen geht ohne Willenstärke, Ausdauer und Disziplin nicht. Weiters ist es so, dass die Spielregeln es verbieten, sich Rat bei einer anderen Person zu holen, was dazu führt, dass die Entschlusskraft des Kindes steigt.

11. Spielerischer Abbau von Spannungen und Aggression
Schach bietet neben anderen Sportarten den Kindern die Möglichkeit, Spannungen und Aggression auf spielerische Art und Weise abzubauen. Die Spielregeln einhalten zu müssen, verhindert den Einsatz unkontrollierter Aggression.

12. Ausbildung von Kreativität, Phantasie und Spielfähigkeit
Kreativität und Phantasie ist auch in anderen Wissensgebieten nötig, um Aufgaben zu lösen. Die durch das Schachspiel geförderte Spielfähigkeit ist ein sozialer Aspekt, der auch sehr wichtig ist. Schach spielen bedeutet im Unterricht nicht nur ein Spiel gegen einen einzelnen Gegner sondern wird auch im Team gegen eine andere Gruppe gespielt. Hier entsteht Gruppendynamik und Teamgeist.

13. Sozialer Aspekt: Spielpartner
Das Kind benötigt einen Spielpartner und sieht in diesem dann nicht nur einen Gegner zum Messen seiner Kräfte sondern auch einen Freund. Sehr oft entstehen beim Schachspiel andauernde Freundschaften.

Die Liste könnte man sicherlich noch ergänzen….